Gewährleistung verstehen und Mängel richtig melden
Sicher bestellen
Wer Rücksendekosten trägt, hängt vom Rücksendegrund ab. Erfahre, was bei Widerruf, Mängeln, freiwilliger Rückgabe und Retouren ins Ausland jeweils gilt.
Gesetzlicher Widerruf bis einschließlich
9. November 2026
Der Zustelltag zählt nicht mit; die Frist endet mit Ablauf des 14. Tages (§ 187 Abs. 1, § 188 Abs. 1 BGB). Rechtzeitig absenden genügt (§ 355 Abs. 1 BGB).
Berücksichtigt nur bundesweite Feiertage. Fällt das Ende auf einen Feiertag deines Bundeslands, gilt der nächste Werktag – sicherer ist, früher abzuschicken. Keine Rechtsberatung. Gesetzestext: § 355, § 356, § 193 BGB.
Die Rücksendekosten beim Widerruf zahlst du grundsätzlich selbst, wenn dich der Verkäufer vor deiner Bestellung ordnungsgemäß darüber informiert. Ein Verkäufer ist dein geschäftlicher Vertragspartner, der dir die Ware liefert und für die ordnungsgemäße Abwicklung haftet. Fehlt dieser rechtzeitige Hinweis vor dem Kaufabschluss, muss der Händler das Rückporto für deine Retoure vollständig selbst bezahlen. Hat deine gelieferte Bestellung einen Sachmangel, trägt der Verkäufer die erforderlichen Transportkosten der Nacherfüllung (§ 439 Abs. 2 BGB).
Ein Widerruf löst einen geschlossenen Kaufvertrag ohne Angabe von Gründen innerhalb einer festen gesetzlichen Frist vollständig auf. Gegenüber gewerblichen Verkäufern beträgt die Widerrufsfrist 14 Tage (§ 355 Abs. 2 BGB). Die genaue Tragung der Rücksendekosten regelt das Gesetz davon getrennt in Paragraf 357 Absatz 5 des Bürgerlichen Gesetzbuches.
| Rücksendegrund | Rechtsgrundlage | Wer trägt die Rücksendekosten? | Abgrenzung zur Kulanz |
|---|---|---|---|
| Nichtgefallen bei fristgerechtem Widerruf | §§ 355, 357 Abs. 5 BGB | Du, wenn ordnungsgemäß informiert; sonst der Verkäufer | Verkäufer kann kostenloses Rückporto freiwillig zusagen |
| Widerruf bei sperriger Ware | § 357 Abs. 5 BGB | Gesetzlich dieselbe Kostenregel; Belehrung vorab prüfen | Kostenfreie Abholung durch Spedition oft als Servicezusage |
| Mangelhafte oder defekte Ware | §§ 437, 439 Abs. 2 BGB | Verkäufer trägt alle erforderlichen Transportkosten | Gesetzlicher Anspruch auf Nacherfüllung, keine bloße Kulanz |
| Falsch gelieferter Artikel | §§ 434 Abs. 5, 439 Abs. 2 BGB | Verkäufer trägt alle erforderlichen Transportkosten | Gilt rechtlich als Sachmangel, nicht als Nichtgefallen |
| Freiwillige Rückgabe nach Fristablauf | Vereinbarte Rückgabebedingungen | Richtet sich nach den Vertragsbedingungen des Shops | Gesetzliche Gewährleistung bei Defekten bleibt daneben bestehen |
Die Frist für den Widerruf beginnt, sobald du oder ein von dir benannter Dritter die Ware erhalten hat; der Zustelltag selbst zählt nicht mit (§ 356 Abs. 2, § 187 Abs. 1 BGB). Kommen mehrere bestellte Artikel getrennt oder in Teilsendungen an, zählt der Empfang der letzten Ware (§ 356 Abs. 2 Nr. 1 b und c BGB). Ohne eine korrekte Belehrung über dein Widerrufsrecht beginnt diese gesetzliche Frist gemäß Paragraf 356 Absatz 3 BGB nicht. Spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach dem Fristbeginn erlischt dieses Recht aber auch bei fehlender Belehrung (§ 356 Abs. 4 BGB).
Mit dem Fristrechner bestimmst du das genaue Fristende für deinen konkreten Liefertag zuverlässig mit nur wenigen Klicks. Weitere Einzelheiten zur rechtzeitigen Erklärung findest du im ausführlichen Ratgeber zum Widerrufsrecht beim Online-Kauf. Eine bloße Rücksendung ohne begleitende Erklärung reicht für einen wirksamen Widerruf nach Paragraf 355 Absatz 1 BGB nicht. Kein Widerrufsrecht besteht nach Paragraf 312g Absatz 2 BGB unter anderem bei speziell angefertigten Waren, schnell verderblichen Waren sowie entsiegelten Hygieneartikeln.
Eine freiwillige Rückgabe ist ein freiwilliges Kulanzangebot des Händlers über die gesetzlichen Bestimmungen für Verbraucher hinaus. Nach Ablauf der vierzehntägigen Widerrufsfrist bestimmen daher die Bedingungen des jeweiligen Händlers, wie und zu welchen Kosten du zurückschickst. Die Industrie- und Handelskammer München betont die klare rechtliche Trennung zwischen gesetzlichen Verbraucherrechten und freiwilligen Serviceangeboten.
Ein verlängertes Rückgaberecht garantiert dir keineswegs eine automatische und vollständig kostenfreie Rücksendung der bestellten Artikel. C&A berechnet laut seinen Rückgabebedingungen beispielsweise 1,99 Euro je Rücksendung, wenn du ein Paket per Post aufgibst. Prüfe in den Shop-Bedingungen stets sorgfältig, ob eine Frist ab Kaufdatum, Versandtag oder erst ab Erhalt beginnt; C&A etwa rechnet seine 28 Tage ab Versanddatum. Fristen und Kosten bei Zalando zeigt dir das Profil zur Zalando-Rücksendung mit Fristen und Kosten.
Die gesetzliche Gewährleistung verpflichtet den Verkäufer zur Haftung für Mängel, die bereits bei der Übergabe der Ware vorlagen. Stellst du einen Mangel fest, hast du nach Paragraf 439 Absatz 1 BGB Anspruch auf Nacherfüllung durch Nachbesserung oder Ersatzlieferung, nach deiner Wahl. Dabei muss der Verkäufer nach Paragraf 439 Absatz 2 BGB die dafür erforderlichen Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten tragen.
Liefert der Händler einen falschen Artikel, steht diese Falschlieferung nach Paragraf 434 Absatz 5 BGB einem Sachmangel gleich. Melde dem Verkäufer deshalb ausdrücklich diesen Fehler, statt im Online-Portal fälschlicherweise Nichtgefallen als Rücksendegrund anzugeben. Fordere vor dem Rückversand immer ein Retourenetikett an oder vereinbare die Abholung verbindlich mit dem Kundenservice.
Bestellst du beispielsweise einen Wasserkocher und erhältst einen Toaster, verlangst du eine kostenfreie Nachlieferung des richtigen Geräts. Die Rücksendung des falsch gelieferten Geräts zählt zur Nacherfüllung und darf dich deshalb kein eigenes Porto kosten. Eine Garantie ist eine freiwillige Zusage von Verkäufer, Hersteller oder einem Dritten und gilt nach Paragraf 443 BGB unbeschadet der gesetzlichen Gewährleistung.
Ein Marktplatz ist eine Verkaufsplattform im Internet, auf der viele rechtlich eigenständige Verkäufer ihre Waren gesammelt anbieten. Dein Vertragspartner ist bei solchen Bestellungen der jeweilige Verkäufer, nicht automatisch das Plattformunternehmen. Dieser Verkäufer haftet dir gegenüber für die gesetzlich geregelte Nacherfüllung.
Der Verkäufer darf dir die Rücksendekosten beim Widerruf nur berechnen, wenn er dich vor der Bestellung ordnungsgemäß darüber informiert. Fehlt dieser deutliche Hinweis in der Widerrufsbelehrung, zahlt das Unternehmen nach Paragraf 357 Absatz 5 BGB das Rückporto selbst. Hat sich der Händler bereit erklärt, die Rücksendekosten zu tragen, etwa mit einem kostenlosen Retourenlabel, zahlst du sie nicht (§ 357 Abs. 5 Satz 2 BGB).
Eine Spedition ist ein Transportunternehmen für besonders schwere oder sperrige Waren, die nicht als herkömmliches Paket versendet werden. XXXLutz schreibt auf seiner Retourenseite, dass Kunden für nicht paketversandfähige Ware feste Rücksendekosten tragen; für Paketware übernimmt der Shop das Porto. Bei einem Widerruf muss der Händler dir auch die Hinsendekosten bis zur Höhe der günstigsten Standardlieferung erstatten (§ 357 Abs. 2 BGB). Zusätzliche Kosten für einen von dir eigens ausgewählten Expresszuschlag musst du dagegen nach den gesetzlichen Bestimmungen selbst tragen.
Eine deutsche Domainendung beweist keineswegs, dass du eine Retoure auch an eine inländische Versandadresse schicken kannst. Prüfe deshalb stets das Impressum und die Widerrufsbelehrung, bevor du bei einem dir unbekannten Online-Händler bestellst. Warnsignale bei unbekannten Shops findest du in der Übersicht zum sicheren Bestellen.
Die Verbraucherzentrale Hessen warnte im Mai 2025 vor Shops, bei denen du Waren auf eigene Kosten ins Nicht-EU-Ausland zurückschicken musst; in einem Fall nach China erreichten die Kosten mit 50 Euro fast den Kaufpreis. Erfrage beim Kundenservice die genaue Retourenadresse und kläre alle nötigen Unterlagen für den internationalen Zoll frühzeitig ab. Die Absenderadresse auf dem gelieferten Versandkarton ist häufig keineswegs mit der vorgeschriebenen Adresse für Rücksendungen identisch. Das Europäische Verbraucherzentrum rät, Ware besser nicht nach Asien zurückzuschicken, da oft hohe Kosten entstehen und Rückerstattungen selten erfolgen.
Die frühere gesetzliche 40-Euro-Regel für Rücksendekosten gilt im deutschen Fernabsatzrecht bereits seit Juni 2014 nicht mehr. Heute bestimmt allein die ordnungsgemäße Belehrung nach Paragraf 357 Absatz 5 BGB, wer das Porto bei einem Widerruf trägt. Bietet ein Online-Shop weiterhin kostenlosen Rückversand ab einer festen Bestellgrenze an, geschieht dies auf einer rein freiwilligen Basis. Beim Kauf auf Rechnung zahlst du später, je nach Shop an den Händler oder an einen Zahlungsdienstleister.
Ein Zahlungsdienstleister wie PayPal oder Klarna wickelt Zahlungen ab, ist aber nicht dein Verkäufer der Ware. Ein Käuferschutzantrag bei einem Bezahldienst ersetzt nicht deine fristgerechte Widerrufserklärung gegenüber dem Verkäufer (§ 355 Abs. 1 BGB). Bewahre deine schriftliche Widerrufserklärung, alle E-Mails des Verkäufers und den Einlieferungsbeleg der Post für eventuelle Nachfragen sicher auf.
Unterscheide Nichtgefallen von einem Defekt oder einer Falschlieferung. Fotografiere Fehler und bewahre die Bestellunterlagen auf.
Suche deinen Vertragspartner in der Bestellung. Prüfe Widerrufsbelehrung, Kosteninformation und Rücksendeadresse.
Erkläre bei Nichtgefallen eindeutig den Widerruf. Melde bei einem Mangel den Fehler und verlange Nacherfüllung.
Bitte um ein Retourenetikett oder eine Abholung. Kläre bei sperriger Ware und Auslandsadressen die Kosten vor dem Versand.
Bewahre Erklärung, Versandbeleg und Schriftverkehr auf. Prüfe anschließend Kaufpreiserstattung und gegebenenfalls die Erstattung der Standardlieferkosten.
Der Unternehmer trägt bei Widerruf die Gefahr der Rücksendung (§ 355 Abs. 3 BGB). Bewahre trotzdem den Einlieferungsbeleg auf, damit du die Absendung nachweisen kannst.
Wertersatz kommt unter den Voraussetzungen des § 357a Abs. 1 BGB infrage. Dafür muss der Wertverlust auf einem Umgang beruhen, der zur Prüfung nicht notwendig war. Außerdem musst du über das Widerrufsrecht belehrt worden sein. Wertersatz ist etwas anderes als Rückporto.
Grundsätzlich ja (§ 357 Abs. 3 BGB). Eine andere Rückzahlungsart braucht eine ausdrückliche Vereinbarung und darf dir keine Kosten verursachen.
Die Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung. Shop-Bedingungen können sich ändern. Prüfe vor dem Kauf die Angaben des jeweiligen Verkäufers.